
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über einen „fahrtüchtigen“ jungen Mann.
Die Tageszeitung „Heute“ berichtete:
Ganz schön selbstständig zeigte sich ein Achtjähriger aus einer betreuten Wohngruppe im bayrischen Dürrlauingen. Der Bub büxte unbemerkt aus – und erlag dem Reiz der glänzenden Fahrzeuge eines nahe gelegenen Autohauses. Dort schnappte sich der Nachwuchs-Chauffeur ein unversperrte E-Mobil (max. 45 km/h), mit dem er stolz bei seinem Betreuer vorfuhr. Über Kosequenzen ist nichts bekannt. Einen Führerschein konnte man dem Achtjährigen jedenfalls nicht abnehmen.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Der Achtjährige war zwar sehr selbstständig, aber ein Diebstahl war es trotzdem.“
Kollege 2: „Also zumindest umweltbewusst dürfte dieser junge Mann sein.“
Kollege 3: „Auch nicht optimal, dass man sich in einem Autohaus anscheinend problemlos ein Auto klauen kann. Wäre es gestohlen worden und nicht mehr so bald wieder aufgefunden worden, so denke ich, dass eine Versicherung vermutlich nichts bezahlt hätte.“
Kollege 4: „Was hat sich der junge Mann eigentlich erwartet, als er mit dem gestohlenen Auto stolz bei seinem Betreuer vorfuhr? Hat er vielleicht gedacht, dass er für diese Tat auch noch gelobt wird? Es gibt sicherlich viele Buben mit acht Jahren, welche um einiges klüger sind.“
Kollege 1: „Da hatte er Glück, denn einen Führerschein konnte man ihm nicht abnehmen. Er muss aber verdammt aufpassen, denn wenn er eine solche Tat vielleicht in einigen Jahren begeht, wird man ihm seinen Führerschein, falls er schon einen hat, abnehmen, und eine höhere Strafe wird er ebenfalls bekommen.“
Kollege 2: „Sein Betreuer wird ihn sicherlich nicht gerade sehr freundlich darauf hinweisen, dass er eine ganz schlimme Tat begangen hat. Welche Strafe er dafür bekam, bleibt für uns ungewiss.”
Kollege 3: “Beachtlich, dass dieser Bub diese E-Auto überhaupt bedienen konnte.”
Kollege 4: „Wichtig ist, dass bei dieser selbstständigen Aktion des jungen Mannes niemand zu Schaden gekommen ist.“