
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über einen schrecklichen Verkehrsunfall.
Die Kronen Zeitung berichtete:
Ein schrecklicher Unfall sorgte nicht nur in Thailand für Entsetzen. Dort hat sich ein erst elf Jahre alter Bub heimlich einen Pick-up geschnappt und ist losgefahren. Auf einer Straße im Unterbezirk Na Si Nuan in der Provinz Mukdahan verlor das Kind dann die Kontrolle über den Wagen und raste in eine Gruppe von Mönchen, die gerade auf Pilgerreise war. Zehn Personen kamen ums Leben, zahlreiche weitere Menschen wurden ebenfalls teils schwerst verletzt.
Verkehrssicherheits-Experte Dr. Thanapong Jinwong warnt davor, solche Fälle als reine Familiensache abzutun. Denn gerade bei einem Auto mit Gangschaltung könne ein Kind nicht einfach durch Zuschauen fahren lernen. „Es erfordert Übung, wie Fahrradfahren. Es ist nicht einfach, es nur zu sehen und sofort zu wissen, wie es geht.“ Wenn ein Kind ein solches Fahrzeug lenken könne, liege laut dem Experten daher die Vermutung nahe, dass es zuvor bereits Gelegenheit zum Üben hatte. Nun wird auch darüber diskutiert, wie gefährlich es ist, wenn Kinder am Steuer in der Nachbarschaft einfach hingenommen werden. Vielmehr müssten Verantwortliche in der Gemeinde informiert werden, damit eingegriffen werden könne.
Besonders tragisch ist ein Video, das nur wenige Minuten vor dem Unglück aufgenommen worden war. Darauf ist zu sehen, wie ein hilfsbereiter Mann den Pilgern Wasser anbietet. Wie sich herausstellte, ist auch er unter den Todesopfern.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Kaum vorstellbar, was dieser erst elf Jahre alte Bub angerichtet hat. Hat er doch mit dem heimlich genommenen Pick-up seines Vaters zehn Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen teilweise schwer verletzt.“
Kollege 2: „Es ist sicherlich unverantwortlich, wenn Eltern Autoschlüssel nicht gut verwahren. Leider ist es auch bei uns in Österreich schon öfter vorgekommen, dass Kinder oder Jugendliche innerhalb einer Familie ein Auto in Betrieb genommen und damit Schaden angerichtet haben. Zum Glück ist aber solch ein schrecklicher Unfall bei uns in Österreich noch nie passiert.“
Kollege 3: „Dieser Bub hat Furchtbares angerichtet. Er wird aber für diesen schrecklichen Unfall nicht bestraft, denn bis zum zwölften Lebensjahr bleibt er straffrei. Aber lebenslänglich damit zu leben, dass man den Tod von zehn Menschen verursacht hat, muss eine unvorstellbare Belastung sein.“
Kollege 4: „Aber auch die Eltern dieses Buben sind nicht zu beneiden. Auch sie müssen lebenslänglich damit leben, dass ihr Sohn zehn Menschen getötet hat. Vermutlich werden die Eltern für alle entstandenen Kosten aufkommen müssen. Das wird sicherlich für die Familie den finanziellen Ruin bedeuten. Außerdem wird es auch noch eine hohe Bestrafung geben.“
Kollege 2: „Ein sehr guter Schulkollege und Freund hatte bereits vier Monate, nachdem er seinen Führerschein bekam, einen Verkehrsunfall, bei dem eine junge Frau, welche ihm ins Auto gerannt war, zwei Tage nach dem Unfall an den Folgen einer schweren Kopfverletzung verstarb. Bei starkem Regen rannte diese Frau, welche ihren Regenschirm, als Schutz vor dem Regen so weit vor das Gesicht hielt, dass sie das Auto meines Freundes übersah. Dieser Unfall passierte knapp vor einer Autobushaltestelle. Es gab einige Zeugen, welche aussagten, dass die Frau direkt in das Auto meines Freundes lief. Er war mit etwa 40 km/h unterwegs und auch nicht alkoholisiert. Blieb auch völlig straffrei. Dennoch belastete ihn dieser Unfall sein ganzes Leben. Hatte er doch eine junge Frau getötet.“
Kollege 1: „Vermutlich werden diesen Bericht in der Kronenzeitung mehrere Menschen gelesen haben. Vielleicht ist dieser schreckliche Unfall der Auslöser für all jene, deren Kinder noch im eigenen Haushalt wohnen, Autoschlüssel in Zukunft gut gesichert zu verwahren.“