340 Jetzt steht Lueger schief – um 776.000 €

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über die 176.000 Euro, die für den Altbürgermeister Karl Lueger ausgegeben wurden.

Die Tageszeitung „Heute“ berichtete:

Lueger steht jetzt leicht geneigt

20 Polizisten bewachen Montage des umstrittenen Denkmals

Er ist wieder da: Ohne Vorankündigung, dafür mit Polizeischutz wurde die Bronzefigur des umstrittenen Wiener Altbürgermeister und Antisemiten Karl Lueger auf den Sockel beim Ring montiert. Wirkt schief, ist es auch: Nach jahrelangen Diskussionen entschied Künstler Klemens Wihlidal 2023 den Wettbewerb für die dauerhafte Kontextualisierung des Denkmals für sich. Sein Projekt „Schieflage sieht eine Neigung von 3,5 Grad vor, was für Irritationen sorgen soll. Die gab es dann schon im März , als die Steigerung der Kosten von 500.000 auf über 776.000 Euro bekannt wurde.

Und auch die “heimliche” Montage am Dienstag irritierte. Die jüdische Hochschülerschaft protestierte erneut gegen die “feige Lösung”, der “vielbeschworene Diskurs wurde damit ein weiteres Mal übergangen”. Das projektverantwortliche KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) versteht die Aufregung nicht: Die Kontextualisierung ist noch nicht abgeschlossen, die Bautätigkeiten sind noch nicht beendet”. Nach Abschluss finde ein offizieller Termin statt. CK

Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.

Kollege 1: „Der schiefe Turm von Pisa ist mir um vieles lieber als der schiefe Lueger um 776.000 Euro.”

Kollege 2: „Hätte bereits früher gesagt, diese Ausgaben für Lueger, der ja bei vielen in unserer Bevölkerung gar nicht beliebt war und ist, ein Wahnsinn. Heute sage ich, in Zeiten wie diesen, ein Irrsinn.“

Kollege 3: „Manche werden sich noch an seinen gezielten Antisemitismus erinnern, nur um Wählerstimmen zu bekommen und an die Macht.“

Kollege 4: „Angeblich soll er ja sogar ein Vorbild für Hitler gewesen sein. Dieser bezeichnete Lueger sogar als den gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten. Habe diese Weisheiten aus einem Buch, welches ich schon vor einiger Zeit gelesen habe.“

Kollege 1: „Eine ganz entscheidende Frage, wer bezahlte oder bezahlt diese 776.000 Euro?“

Kollege 3: „Vermutlich werden es wieder wir Steuerzahler sein. Viele werden auch sagen, hätte man dieses Geld nicht viel besser verwenden können.“

Kollege 2: „Wenn dieser Künstler Klemens, den anderen Namen habe ich mir nicht gemerkt, mit seinem Projekt, einer Neigung von 3,5 Grad, für Irritationen sorgen soll, so denke ich, hat er das ja tatsächlich erreicht. Es war aber nicht die Neigung, sondern die extrem hohen Kosten, welche bei einigen für Irritation sorgte, aber bei einem Großteil der Bevölkerung für Ärger und Unverständnis. Hat auch bei mir für Ärger und Unverständnis gesorgt.“ 


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