
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über einen Lehrer, der seine Schülerinnen und Schüler angeleint haben soll.
Die Tageszeitung „oe24“ berichtete:
„Platz“ Lehrer soll Kinder angeleint haben
Verniedlichend als „Hundespielchen“ bezeichnet
Pervers. „Hundeabrichtung hat immer was mit Unterwürfigkeit zu tun“, erklärte ein wütender Vater gegenüber oe24, „und ich will nicht, dass meine Tochter zu Hündchen abgerichtet wird.
Und dann erzählte er eine wahrlich befremdende Geschichte. Die Eltern besorgte das Verhalten ihrer 7-jährigen Tochter, die zu Hause plötzlich in die Rolle eines Hundes schlüpfte.
Was ein Pädagoge in einem Hort einer Bundesbildungsanstalt eines nördlichen Stadtteils von St. Pölten verniedlichend als „Hundespielchen“ bezeichnete, finden der anklagende Vater höchst fragwürdig. Die Tochter offenbarte den Eltern: Der Hortlehrer habe die Kinder an die Leine gelegt. „Platz und Sitz“ mit den Volksschulkindern trainiert, auch habe er Hundehütten errichtet. Der beschuldigte Mann soll die Kinder, die sich angeblich in seinen Schoß „kuschelten“, mit den Worten „Braves Hündchen“ gestreichelt haben.
Die Eltern haben bei der Hortdirektorin Protest eingelegt und wurden angeblich ausgelacht. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Da fällt mir wieder dieser Ausspruch ein, es gibt nichts, was es nicht gibt. Bin mir ziemlich sicher, dass es solche Hundespielchen mit Schülerinnen und Schülern nur ganz selten, oder vielleicht überhaupt noch nie gab.“
Kollege 2: „Hätte als Vater einer 7-jährigen Tochter vermutlich genau so gehandelt, wie dieser wütende Vater. Es ist sicherlich nichts zu sagen, wenn ein Lehrer in einem gewissen Rahmen auch etwas verniedlicht. Allerdings das mit den Hundespielchen finde ich pervers.“
Kollege 3: „Sogar Hundehütten wurden für die Volksschulkinder errichtet.“
Kollege 4: „Auch das Verhalten der Hortdirektorin finde ich mehr als ungewöhnlich, als die Eltern wegen dieser Hundespielchen protestierten. Angeblich wurden diese nur ausgelacht.“
Kollege 2: „Könnte mir vorstellen, dass Eltern es keinesfalls wollten, dass gerade dieser Pädagoge ihre Kinder, die sich angeblich in seinen Schoß gekuschelt haben, auch als brave Hündchen bezeichnete und sie gestreichelt haben soll.“
Kollege 3: „Wäre nur interessant, was nun mit diesem Lehrer geschieht? Wird er nur verwarnt? Wird er sogar bestraft? Oder wird er nur versetzt. Bleibt nur zu hoffen, dass er diese Hundespielchen mit Volksschülerinnen und Volksschülern in Zukunft unterlässt!“
Kollege 4: „Die Krönung dieser Hundespielchen wäre ja gewesen, wenn das mit dem Platz und Sitz gut geklappt hätte, dass die Schülerinnen und Schüler womöglich noch mit einem Leckerli belohnt worden wären.“
Kollege 1: „Ganz wichtig finde ich dieses Satz, der fast immer gebracht wird, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.“