
Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
Derzeit gibt es auf dieser Homepage 330 Beiträge. Diese handeln von Funkgesprächen, die zum Großteil in „Funkrunden“ stattfinden. Eine „Funkrunde“ dauert ca. eine Stunde. Natürlich sprechen wir in dieser Stunde über verschiedene Themen. Also keinesfalls wird z. B. über verstopfte Dachrinnen, möge diese Reinigung auch noch so teuer sein, eine Stunde lang gesprochen.
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über falsche „Handwerker“.
Die Tageszeitung „Heute“ berichtete:
Akademiker klagt vergeblich
Handwerker-Bande knöpft Wiener 18.000 € ab, taucht ab
Ein Wiener wurde Opfer falscher Handwerker, musste 18.000 Euro für eine Dachrinne blechen. Seine Klage lief jetzt ins Leere. Denn die Täter sind weg.
In Erwartung echter Handwerker ließ sich ein prämierter Akademiker dummerweise von einem verlockenden Angebot fahrender falscher Handwerker locken, als diese im vergangenen Sommer zeitlich passend vor seinem Haus am Wiener Stadtrand aufschlugen.
Schuss ins Knie nach Streit um 14.000-Euro-Reparatur.
Einer der Männer meinte, meine Dachrinnen seien verstopft und er könne diese schnell und unkompliziert für 100 Euro in Ordnung bringen”, erinnert sich das Opfer der gemeinen Gauner im Gespräch mit „Heute“, willigte ein. Während der Chef, der sich mit einem Fantasienamen vorgestellt hatte und der Rest der Bande lediglich die Leiter hielt, zerlegte einer der Arbeiter die Rinne, tauschte sie wegen angeblichem Rost aus, lasierte sie mit Lack und montierte ein Gitter, gab dem Kamin noch eine neue Fassung mit.
“Nach zwei Stunden verlangte der Chef 23.000 Euro von mir – und das, obwohl er mir garantiert hatte, dass keine Zusatzkosten entstehen würden”, so das überrumpelte Opfer. “Das ganze Geld wollte der angebliche Ungar sofort in bar haben”, erinnert sich der Hausbesitzer. Unter Druck gesetzt, einigte man sich auf 18.000 Euro. Der Bandenboss begleitete den Mann am Weg zur Bank, dann verschwanden die Männer.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Sicherlich sehr schlimm, was diesem Akademiker passiert ist. Bin zwar kein Akademiker, bin mir aber ziemlich sicher, dass mir so etwas nicht passiert wäre. Wie weltfremd muss man doch sein, wenn man glaubt, dass man um 100 Euro bei einigen verstopften Dachrinnen diese Verstopfungen wieder beseitigen kann. Noch dazu mit einigen Mitarbeitern.“
Kollege 2: „Für mich völlig unverständlich, dass sich dieser geschädigte Jurist anscheinend gar nicht darum gekümmert hat, was nun tatsächlich gemacht wird. Natürlich gibt es da einen riesigen Unterschied, ob Dachrinnen gesäubert, oder erneuert werden. Wurde er nicht vorher informiert, dass die Dachrinnen rostig waren?“
Kollege 3: „Wenn tatsächlich zwei Stunden gearbeitet wurde, so kann sich das schon mit den Kosten für die Arbeitszeit niemals ausgehen.“
Kollege 4: „Mich wundert, dass dieser Akademiker tatsächlich 18.000 Euro bezahlte. Wenn man gesagt hat, man könne diese verstopften Dachrinnen schnell und unkompliziert für 100 Euro wieder in Ordnung bringen, so hat man sich daran zu halten, oder mitzuteilen, weshalb es auch teurer werden könnte.“
Kollege 1: „Wäre sehr interessant gewesen, wenn das überrumpelte Opfer nur die vereinbarten 100 Euro bezahlt hätte. Hätten dann diese falschen Handwerker die Polizei verständigt, weil sie die geforderten 18.000 Euro nicht erhielten. Wäre nicht sehr sinnvoll gewesen. Auf alle Fälle eine sehr ungewöhnliche Geschichte. Sollte einem Juristen eigentlich nicht passieren.“