


Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über einen ganz besonderen Parksheriff.
Die Tageszeitung „Heute“, welche wir fast täglich lesen, und uns schon einige unglaubliche Funkthemen lieferte, berichtete:
Parksheriff verwechselte Auto mit Bike, Wienerin soll zahlen
Eine Wienerin parkte ihr Auto in Hietzing. Als sie wenige Minuten später zurückkam, fand sie auf ihrem Volvo-SUV einen Strafzettel für ein Yamaha-Motorrad. Zahlen soll sie aber trotzdem.
Mitarbeiter der Parkraumüberwachung sollten sich eigentlich perfekt mit Auto- und Motorradmarken auskennen. Ein Parksheriff in Hietzing bewies nun das Gegenteil: Anita M. (Name geändert) war mit ihrem Volvo XC 60 kurz in der Nähe eines Sportplatzes in Ober-St.-Veit stehen geblieben, um etwas abzuholen. Doch schon wenigen Minuten reichten aus, um einen Strafzettel zu kassieren. Die Liesingerin erhob bei der MA 67 Einspruch, weil sie aufgrund der Verwechslung keinen Grund sehe, „die nachweislich falsche Verfügung zu begleichen“.
Prompt kam die Abfuhr: Duch „Irrtümliche Eingabefehler bedingte vermeintliche Unrichtigkeit“ würde an der Strafe nichts ändern. Das Kennzeichen sei fotografiert worden.
50 € seien zu zahlen.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: Henry, schönen Dank für die Zusendung der drei beschrifteten Fotos des Motorrads, des Autos und des Auto-Motorrads. Ihr kennt doch alle diesen Ausspruch. Irren ist menschlich. Selbst in ganz jungen Jahren meines Lebens war ich aber nie so menschlich, dass ich nicht ein Auto von einem Motorrad unterscheiden konnte.“
Kollege 2: „Da ich ja nicht annehme, dass bei den Parksheriffs Kleinstkinder ihren Dienst versehen, gehe ich davon aus, dass es sich natürlich um einen recht peinlichen Irrtum gehandelt hat. Wer von uns hat sich noch nie geirrt?“
Kollege 3: „Bei Autofahrerinnen und Autofahrern sind Parksheriffs nicht gerade sehr beliebt sind, es könnte daher nach dieser Verwechslung durchaus einige unschöne Meldungen geben.“
Kollege 4: „Der Sohn meines Schwagers ist schon einige Jahre Parksheriff. Sehr oft wurde er schon beschimpft und sogar angespuckt. Dass er nicht gerade zu den beliebtesten Erdenbürgern zählt, dessen ist er sich schon lange bewusst. Er hat auch schon gemeint, ob er nicht sogar ein Buch schreibt, über die vielen Vorfälle und auch Ausreden von Falschparkerinnen und Falschparkern.“
Kollege 1: „So ein Buch würde ich mir sogar kaufen, wenn die Ausreden auch etwas nützen.“
Kollege 2: „Es ist schon länger her, als noch Polizisten den ruhenden Verkehr überwachten. Natürlich stellte damals die Polizei auch Strafzettel aus. Diskussionen mit der Polizei waren nicht empfehlenswert. Hatte auch den Eindruck, dass man vor der Polizei noch mehr Respekt hatte und sich Falschparker wesentlich mehr zurückgehalten haben. Auch Beschimpfungen kamen nicht gut an, handelte es sich ja da bereits um eine Amtsehrenbeleidigung.“
Kollege 4: „Finde es auch durchaus in Ordnung, dass diese Dame die Strafe zu bezahlen hat, da ja auch das Kennzeichen fotografiert wurde.“
Kollege 1: „Etwas verwirrt wären vermutlich einige Parksheriffs, wenn das Auto-Motorrad falsch parken würde. Ist dieses Fahrzeug jetzt ein Auto, oder doch ein Motorrad. Ich würde sagen, es ist ein Motorrad.“