Älterer Beitrag

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über folgenden Bericht der “Kronenzeitung”…
Vor Krebs-OP per Handy gekündigt
Nach der Diagnose „Doppelter Brustkrebs“ erhält eine Angestellte im Spitalsbett einen Anruf: Ihr Chef beendet ihr Arbeitsverhältnis.
Im Sommer vor zwei Jahren liegt die 48-jährige Angestellte Maria T. (Name geändert) aus dem Ennstal im Spitalsbett. Aufgewühlt, nervlich am Ende. Sie hat Angst vorm Sterben. Soeben hat sie ihre zweite Diagnose erhalten: doppelter Brustkrebs! Die Sorge vor den Operationen schwebt wie ein Damokles-Skalpell über ihr.
Einziger echter Trost: Ihr Ehemann steht ihr liebevoll zur Seite. Doch die Tochter (13), der sie die Wahrheit nicht verschweigen wollte, fragt weinerlich: „Mama, wirst du jetzt auch so wie Oma bald sterben?“ – Denn die Schwiegermutter von Maria T. ist an Leukämie (Blutkrebs) gestorben …
Anruf kurz vor Weihnachten
Einige Monate später, sprich nach der Chemotherapie und unmittelbar vor dem medizinischen Eingriff, läutet ihr Handy auf dem Nachtkästchen ihres Krankenhauszimmers. Krebspatientin Maria sieht am Display: Ihr Chef ruft an. Sie freut sich. „Vielleicht will er mir Weihnachtsgrüße ausrichten, in vier Tagen ist ja schließlich Heiliger Abend.“ Kein Sorgengedanke. Immerhin hat ihr der Arbeitgeber ja vor der Einlieferung ins Krankenhaus fest versprochen: „Keine Angst, ich warte auf dich. Du kannst danach wieder fix bei uns weiterarbeiten.“
Doch nach einigen netten Begrüßungsfloskeln am Handy kommt der Firmenchef auf den Punkt: Er wolle eigentlich nur wissen, wie viele offene Urlaubstage seine Sekretärin noch stehen hat. „Wieso willst du das wissen? Werde ich leicht gekündigt?“, fragt Maria T. besorgt. Etwas verlegen redet der Chef um den heißen Brei herum. Schlussendlich meint er: „Nein. Es geht nur um die Abmeldung. Ich kann nicht mehr auf dich warten.“ Also doch die Kündigung – kurz und schmerzvoll via Handy! Die ohnehin nervlich Angeschlagene fällt aus allen Wolken: Sie wurde soeben de facto gekündigt. Das große, vollmundige Versprechen ihres Arbeitgebers war also nichts als leere Worte.
Seelisches Martyrium
Bis zur Operation im neuen Jahr durchlebt die 48-Jährige folglich auch ein seelisches Martyrium. „Ich wäre gerne in der Firma geblieben. Hatte mich wohlgefühlt. Aber jetzt wusste ich: Wenn ich die Operationen überstehe kommt ein Neuanfang!“, erzählt sie hörbar noch immer seelisch verletzt am „Krone“-Telefon.
Wortmeldung eines Funkkollegen: “Diese arme Frau muss furchtbares mitgemacht haben. Die Krebsoperation, die Kündigung, obwohl ihr Chef sagte, keine Angst, ich warte auf dich. Du kannst danach wieder fix bei uns weiterarbeiten. Leider gibt es aber keinen absoluten Kündigungsschutz. Auch ist das leider kein Einzelfall.”