382 Comeback einer Mörderin

Ausführlicher Beitrag.

Das Symbolfoto am Beginn habe ich gemacht, war gar nicht so einfach, diese Gottesanbeterin zu erkennen.

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über diese unglaubliche Mörderin.

Der aktuelle Artikel „Comeback einer Mörderin“ in der Krone Bunt zeigt die rasante und durch den Klimawandel begünstigte Ausbreitung der Europäischen Gottesanbeterin in Österreich. Trotz ihres Rufs und des charakteristischen sexuellen Kannibalismus während der Paarungszeit ist das Insekt für den Menschen vollkommen harmlos und wirkt als nützlicher Nützling im Garten.

Bringe hier einige Ausschnitte dieses Artikels:

Liebesspiel mit tödlichem Ausgang! Denn hinter den unschuldig gefalteten Vorderbeinen verbirgt sich eine der faszinierendsten Räuberinnen unserer Insektenwelt! Dass sich die wärmeliebende Gottesanbeterin bei uns immer häufiger dem Sexkannibalismus hingibt, liegt am Klimawandel.“

Regungslos verharrt sie im warmen Gras. Die Fangarme vor der Brust gefaltet, als würde sie beten. Doch der friedliche Eindruck täuscht gewaltig. Denn die Gottesanbeterin ist eine hochgerüstete Jägerin. Stundenlang kann die Gottesanbeterin so auf ihre Beute lauern. Dann geht alles ganz blitzschnell: Die Fangarme schnellen nach vorne, Dornen daran verhindern jede Flucht. Heuschrecken, Grillen, Schaben und andere Insekten landen auf dem Speiseplan. Gefressen und oft auch in Stücke gerissen wird das Opfer bei lebendigem Leib. Auch Schmetterlinge sind nicht sicher. Und einmal wurde eine Gottesanbeterin dabei beobachtet, wie sie eine Zauneidechse tötete – ein Beleg dafür, dass die etwa sechs bis 7,5 Zentimeter große Fangschrecke auch große Beute überwältigen kann.

Männchen wird oft schon bei der Paarung gefressen

Besonders makaber wird es beim Liebesspiel. Das deutlich kleinere Männchen nähert sich vorsichtig dem Weibchen und spring auf seinen Rücken. Die Paarung kann mehrere Stunden dauern. Danach beginnt für den Liebhaber ein Wettlauf ums Überleben. Denn in bis zu 30 Prozent der Fälle kommt es zum Sexkannibalismus: Das Weibchen verspeist das Männchen während der Paarung. Grausam? Aus Sicht der Evolution durchaus sinnvoll. Das Weibchen kann bis zu 200 Eier produzieren, und das Gelege macht einen beträchtlichen Teil seines Körpergewichts aus. Ein gut genährtes Weibchen hat daher bessere Chancen auf zahlreichen Nachwuchs. Der geopferte Freier hilft damit gewissermaßen, seine eigene Gene weiterzutragen. Bei der Gottesanbeterin liegen Liebe, Hunger und Überleben dicht beieinander.

Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.

Kollege 1: „Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich bedenke, wäre ich eine männliche Gottesanbeterin, wie oft wäre ich wohl schon gefressen worden?“

Kollege 2: „Übertreibst du da nicht etwas? Wir alle müssen sehr dankbar sein, dass es das Leben so gut mit uns gemeint hat und wir keine männlichen Gottesanbeterinnen geworden sind.“

Kollege 3: „Vermutlich ahnen die Männchen gar nicht, was ihnen nach einer mehrstündigen Paarung bevorsteht. Viele von ihnen sind danach ja völlig kopflos.“

Kollege 4: „Liebe Freunde, jetzt seht ihr erst, wie gut es uns Männern geht. Vielleicht hat zwar schon mal eine Frau zu ihrem Partner gesagt, ich könnte dich vor Liebe fressen. Ich denke aber nicht, dass Frauen tatsächlich schon Männer gefressen haben.“

Kollege 1: „Vielleicht, wenn die Dame eine Kannibalin war.“

Kollege 2: „Aber jetzt Scherz beiseite, es ist eigentlich unvorstellbar, dass es ein Wesen wie die weibliche Gottesanbeterin gibt. Auch hätte ich niemals gedacht, dass sie sogar Eidechsen tötet.“

Kollege 3: „Auch die Bezeichnung, die Gottesanbeterin sei eine der faszinierendsten Räuberinnen unserer Insektenwelt, ist nicht falsch, denn sie raubt ja tatsächlich so manchem armen Männchen das Leben.“

Kollege 4: „Da das Weibchen bis zu 200 Eier produziert, dürfte es durchaus sinnvoll sein, dass 30 Prozent der Männchen nach dem Sex gefressen werden. Damit wird die Vermehrung wohl etwas reguliert.“

Kollege 1: „Auf alle Fälle ein sehr interessanter, wenn auch für mich nahezu unglaublicher Artikel, den die Kronen Zeitung da gebracht hat.“

Kollege 2: „Liebe Freunde, das Wichtigste ist doch, dass diese Gottesanbeterin für Menschen ungefährlich ist. Ganz besonders wichtig, sie tut auch uns Männern nichts und frisst uns auch nichts ab.“


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