349 Polizei sprengt Kakerlakenzucht

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über eine ganz besondere Sprengung der Polizei.

Die Tageszeitung „Heute“ berichtete:

Polizei sprengt Kakerlakenzucht

Kurioser Einsatz in Australien: Bei einer Hausdurchsuchung in Bathurst bei Sydney fand die Polizei rund 100.000 lebende Madagaskar-Fauchschaben. Die Insekten werden bis zu neun Zentimeter groß und wurden als Reptilienfutter gezüchtet. Das Problem: Die Art ist in Australien nicht heimisch – ein schwerer Verstoß gegen die strengen Naturschutzgesetze. Dem Halter droht eine hohe Geldstrafe.

Für mich war diese Schabenart völlig neu. Eine Blick ins Internet brachte folgende Informationen: Die Madagaskar-Fauchschabe gehört zu den größten Schabenarten weltweit. Sie stammt aus den tropischen Wäldern Madagaskars und fällt besonders durch ihre lautstarken Fauchgeräusche auf.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:

Größe: Beeindruckende 5,5 bis 7 Zentimeter Länge bei einem Gewicht von bis zu 25 Gramm.

Aussehen: Flügel loser, robuster Körper mit einer braun-rötlichen bis schwarzen Färbung.

Geschlechtsunterschiede: Männchen tragen zwei markante Hörner auf dem Halsschild für Revierkämpfe.

Klettertalent: Dank spezieller Haftfüße klettern sie problemlos an glatten Glaswänden hoch.

Alter: In menschlicher Obhut erreichen die Tiere eine Lebensdauer von 3 bis 5 Jahren.

Warum die Schabe faucht
Das Fauchen dient der Kommunikation und schreckt Fressfeinde ab. Da die Tiere keine Stimmbänder besitzen, pressen sie für das Geräusch Luft mit hohem Druck durch ihre Atemöffnungen (Tracheen) am Hinterleib.

Lebensraum und Ernährung
In ihrer Heimat leben die Tiere am schattigen Waldboden unter Laub und totem Holz. Als Allesfresser ernähren sie sich von Früchten und Pflanzenresten. Sie spielen eine wichtige Rolle als Zersetzer im Ökosystem. Im Terrarium gelten sie als pflegeleicht, da sie auch trockenere Phasen gut überstehen.

Mich hat auch interessiert, warum es so ein schwerer Verstoß gegen die strengen Naturschutzgesetze ist, wenn man diese Tiere als Reptilienfutter züchtet?

Auch da fand ich die Antwort im Internet:

Bedrohung der Fauna: Exotische Insekten können Milben, Pilze, Viren oder Bakterien in sich tragen, gegen die heimische australische Tiere keine Abwehrkräfte besitzen.

Gefahr für die Nahrungskette: Schaben werden in der Terraristik häufig als Futtertiere für Reptilien und Amphibien gezüchtet. Entweichen infizierte Schaben oder werden sie verfüttert, können neuartige Krankheitserreger in die Tierwelt eingeschleppt werden.

Da ich nicht angenommen habe, dass meine Funkkollegen überhaupt wissen, dass es Fauchschaben gibt und wie diese aussehen, habe ich ihnen bereits am Vortag, ein von mir gezeichnetes Symbolbild geschickt.

Zu dieser Zeitungsmeldung gab es einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.

Kollege 1: „Henry danke dir für das gar nicht so schlecht gelungene, von dir gezeichnete Symbolbild. Habe noch nie gehört, dass es Fauchschaben gibt. Sind ja recht hässliche Riesendinger.“

Kollege 2: „Über die Größe dieser Schabe war man sich anscheinend nicht ganz einig. Die Zeitung schreibt, dass diese Insekten bis neun Zentimeter groß werden, bei den Infos aus dem Internet ist man da etwas bescheidener, da werden diese hässlichen Zeitgenossen nur höchstens sieben Zentimeter. Wenn der Reptilienhalter gegen dieses strenge Naturschutzgesetz verstoßen hat, wird er tatsächlich mit einer saftigen Strafe rechnen müssen. Hat er nicht gewusst, dass die Züchtung dieser Schaben strengstens verboten ist, oder dachte er sich, man wird mich schon nicht erwischen?“

Kollege 3: „Es ist ja sicherlich eine sehr große Gefahr, wenn durch diese Fauchschaben Milben, Pilze, Viren oder Bakterien übertragen werden, wenn Tiere in Australien keine Abwehrkräfte besitzen.“

Kollege 4: „Da sind wir ja bei uns mit Küchenschaben oder Baumschaben noch relativ gut dran. Auch ich hätte niemals gedacht, dass es solche riesigen Schaben gibt. Könnte mir vorstellen, wenn es bei uns Küchenschaben in dieser Größe geben würde, dass so manchen fast der Schlag trifft.“

Kollege 1: „Was mich besonders überrascht hat, dass diese Riesenschaben ein Alter von drei bis fünf Jahren erreichen.“

Kollege 3: „Diese Tiere werden als Reptilienfutter gezüchtet, kann mir aber kaum vorstellen, wenn sie auch noch so fauchen, dass dies eine Python, Boa, einen Leguan  oder ein Krokodil davon abhält, diese Fauchschaben genüsslich zu verspeisen.“


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