
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über eine Dame, welche – leset und staunet – mit 55 Koffer Urlaubsgepäck unterwegs war.
Die Tageszeitung „Heute“ berichtete;
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen – und zwar den Beamten der Schweizer Zollbehörde. Denn dass eine Landsfrau mit einem ganzen Kastenwagen voll Gepäck aus dem Urlaub zurückkehrte, kam den gründlich arbeitenden Eidgenossen einigermaßen spanisch vor. Also musste sie auspacken: einen Koffer nach dem anderen. Insgesamt 55 gingen schließlich durch das Röntgen – wofür die Schweizer nur 20 Minuten brauchten. Der Verdacht, sie könnte etwas schmuggeln, erhärtete sich nicht.
Die Koffer enthielten „diverse persönliche Gegenstände der Reisenden. Es gab nichts zu beanstanden“, erklärte ein Sprecher. Ob die Frau auch mit weniger als 55 Koffern im Urlaub ausgekommen wäre, bleibt ungeklärt.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Es ist ja sicherlich nicht außergewöhnlich, dass es einige Damen gibt, die doch etwas mehr Urlaubsgepäck auf einer Urlaubsreise mitnehmen. Für mich unvorstellbar, dass es doch tatsächlich Damen gibt, die mit 55 Koffer als Urlaubgepäck unterwegs sind.“
Kollege 2: „Diesen unglaublichen Luxus konnte sich diese Landsfrau, wie sie in der Zeitungsmeldung bezeichnet wird, nur deshalb erlauben, da sie mit einem Kastenwagen unterwegs war.“
Kollege 3: „Die Schweizer Zollbehörde wird sicherlich schon oft mit Unglaublichkeiten zu tun gehabt haben. Aber diese 55 Koffer werden auch für sie eine der ungewöhnlichsten Überprüfungen gewesen sein.“
Kollege 4: „Da waren die am Zoll aber recht flott, wenn sie zur Überprüfung mittels Röntgen, für diese Koffer nur 20 Minuten gebraucht haben.“
Kollege 2: „Zähle mich nicht unbedingt zu den Neugierigen. Aber in diesem Fall hätte es mich schon sehr interessiert, was die Dame in diesen Koffern alles mitgenommen hat.!“
Kollege 1: „Die Zeitung schreibt doch, die Koffer enthielten nur diverse persönliche Gegenstände.“
Kollege 3: „Mich hätte noch interessiert, wie lange sie zum Packen der 55 Koffer gebraucht hat. Finanziell dürfte es dieser Dame keinesfalls schlecht gehen. Bin eigentlich recht froh, dass meine Frau mit einem größeren Koffer und einer größeren Reisetasche auskommt. Natürlich habe auch ich Urlaubsgepäck mit. Aber mit dieser Ausrüstung sind wir mit dem eigenen Auto unterwegs.”
Kollege 4: „Wenn sich diese Dame mit der Anzahl ihrer Koffer nicht wesentlich einschränkt, wird sie niemals mit dem Flugzeug unterwegs sein können, auch nicht mit der Bahn. Auch eine Kreuzfahrt wäre für sie unmöglich.“
Kollege 1: „Weil wir doch alle etwas neugierig sind, welchen Beruf hat diese Dame? Oder ist sie bereits Pensionistin? Wo verbrachte sie ihren Urlaub. Wo wurden die vielen Koffer abgestellt? In welchen Koffer hat sie was verpackt? Wurde ihr bei der Beladung des Kastenwagens auch geholfen? Ganz wichtig war aber, dass es nichts zu beanstanden gab.“
Kollege 2: „Es würde mich nicht wundern, wenn manche Leserinnen und Leser dieser Zeitungsmeldung der Meinung sind, dass diese Dame vielleicht doch psychiatrische Unterstützung benötigt.“