
Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über einen Kfz-Betrieb, der eine §57a-Begutachtung nicht durchführt, aber trotzdem „Pickerl“ vergeben hat.
Die Tageszeitung „Heute“ berichtet:
376 Schrott-Autos bekamen “Pickerl” in Werkstatt in NÖ
Ohne dass sie vom Mechaniker begutachtet worden waren, sollen insgesamt 376 Fahrzeuge eine Kfz-Prüfplakette bekommen haben.
229 Pkw aus Wien, 98 aus NÖ, neun aus dem Burgenland, acht aus Steiermark, vier aus Kärnten, je drei aus OÖ und Salzburg, je zwei aus Tirol und Vorarlberg, dazu 18 bereits abgemeldete Pkw, die für eine Wiederanmeldung gesperrt wurden: Ein Kfz-Betrieb im Bezirk Bruck soll die sogenannte § 57a-Begutachtung nicht durchgeführt, aber trotzdem “Pickerl” vergeben haben.
Aufgeflogen war der Schwindel durch Zufall – eine der § 57a-Überprüfungen kam der Vorarlberger Landesregierung unglaubwürdig vor. Die Abteilung Verkehrsrecht im Ländle konnte unter Zuhilfenahme der technischen Amtssachverständigen und der Polizei schließlich in 376 Fällen die Ausstellung eines “Nichtgutachtens” aufdecken. Der Vorfallzeitraum: 21. Mai bis 25. November 2025.
Vom Ländle nach Niederösterreich
Offenbar kam es den Vorarlbergern spanisch vor, dass ein Vorarlberger fürs “Pickerl” extra vom Bodensee in die Nähe des Neusiedler Sees fährt.
Ermittlungen laufen
Der beschuldigte türkische Werkstattchef habe bei den Ermittlungen angegeben, dass er nichts gemacht habe, sondern ein Dritter seine Zugangsdaten gestohlen und die “Pickerl” in seinem Namen vergeben habe.
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Hätten vermutlich auch so manch andere Beschuldigte gesagt, dass sie eigentlich gar nichts getan haben.“
Kollege 2: „Ist das so einfach möglich, die Zugangsdaten des Beschuldigten zu stehlen?“
Kollege 3: „Das scheint mir doch etwas dubios zu sein, dass so viele Pkws ein Pickerl bekamen, angeblich von einem Dritten.“
Kollege 4: „Bin mir ziemlich sicher, dass die Abteilung Verkehrsrecht diese 376 Fälle doch etwas genauer unter die Lupe genommen hat. Diesen beschuldigten türkischen Werkstattchef würde ich sehr bedauern, wenn er tatsächlich unschuldig ist. Hoffe sehr, dass man den tatsächlich Schuldigen findet.“
Kollege 1: „Der beschuldigte türkische Werkstattchef hat doch bei den Ermittlungen angegeben, dass er nichts gemacht habe. Daher hätte er auch keine „Pickerl“ vergeben dürfen, wenn die Begutachtungen nicht durchgeführt wurden.“
Kollege 2: „Das ist ja so ähnlich wie der Witz, wo der Chef einem Mitarbeiter sagt, Herr Berger, sie sind fristlos entlassen. Herr Berger etwas verwundert, wieso, ich hab doch gar nichts gemacht. Der Chef, eben darum.“