284 Kluge Kuh verblüfft Wissenschaft

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über eine besondere Meldung im Internet – auch im ORF gab es darüber einen Bericht:

Tierische Intelligenz

Kluge Kärntner Kuh verblüfft Wissenschaft

Die 13-jährige Veronika aus Kärnten könnte die klügste Kuh der Welt sein. Denn sie verwendet Werkzeuge gezielt und flexibel. Wenn es sie juckt, kratzt sie sich mit einem Besen – abhängig von der Körperstelle mit Stiel oder Borsten. Ein Verhalten, das man bisher nur von Menschen und Schimpansen kannte.

Veronika ist eine Braunvieh-Kuh, die auf einer Almwiese im Kärntner Gailtal lebt. Sie gehört der Familie von Witgar Wiegele, einem Biobauern, der Veronika nicht zur Milch- oder Fleischproduktion hält – die Kuh sei vielmehr eine Art Haustier, erklärte Wiegele gegenüber dem ORF.

Wie viele Haustiere habe auch Veronika ihre Eigenheiten. Schon vor einigen Jahren beobachtete der Biobauer, dass sie kleine Äste vom Boden aufhob, um sich damit gegen Fliegen zu wehren und juckende Körperstellen zu kratzen. Im Laufe der Zeit wurde sie darin immer besser – mittlerweile nutzt Veronika auch Rechen, Schrubber und Besen, um an schwer erreichbare Körperstellen zu kommen und ihren Juckreiz gezielt zu lindern.

Einzigartiges Verhalten

Aus wissenschaftlicher Sicht ist Veronikas Verhalten nicht nur unüblich, sondern weltweit bisher sogar einzigartig. Denn die Kärntner Kuh hat im Laufe der Zeit gelernt, die Stöcke und Besen auf unterschiedliche Arten zu nutzen. Auf ihrem Rücken kratzt sich Veronika am liebsten mit den Borsten des Besens und großflächigen Schwungbewegungen – bei empfindlicheren Körperstellen wie dem Bauch und Euter nutzt sie hingegen den Besenstiel und vorsichtigere Stoßbewegungen.

Dass Veronika beim Kratzen offensichtlich gezielt entscheidet, welche Seite des Besens gerade die richtige ist, und das Werkzeug sogar mit ihrer Zunge vorab dementsprechend ausrichtet, sei für die Wissenschaft besonders spannend. Es gibt laut Auersperg zwar viele Tiere, die unterschiedliche Werkzeuge nutzen können, aber, „dass ein Gegenstand auf unterschiedliche Art benutzt wird, wurde über Anekdoten hinaus bisher nur bei Schimpansen beobachtet“.

Eine „dumme Kuh“ ist Veronika jedenfalls nicht. Mit ihrem durchdachten Verhalten durchbricht sie die Vorurteile über die Intelligenz von Nutztieren und zeigt, dass auch Tiere auf der Weide und im Stall oft zu weit mehr in der Lage sind, als man ihnen bisher zutraut.

Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.

Kollege 1: „Für mich war es nahezu unvorstellbar, dass sich eine Kuh so verhält. Habe auch im ORF den Beitrag über diese Wunderkuh gesehen.“

Kollege 2: „Um ganz ehrlich zu sein, mir haben Kühe eigentlich schon immer recht gut gefallen. Für mich strahlen sie Ruhe und Friedlichkeit aus. Schon als Kind habe ich kleine Kälber sehr gerne gehabt. Bei einem Sommerurlaub auf einem Bauernhof durfte ich auch öfter zu den Kälbern. Was auch mich sehr überrascht hat, dass sich eine Kuh so verhält.“

Kollege 3: „Veronika entscheidet noch vor dem Kratzen, welche Seite des Besens für sie die richtige Seite ist. Auch für mich kaum vorstellbar, dass sie die Seite des Besens bestimmt. Das hätte ich einer Kuh niemals zugetraut.“

Kollege 4: „Auch ich sah diesen ORF Beitrag über diese Wunderkuh. Sie benützte sogar ihre Zunge, um damit die Gegenstände richtig auszurichten. Die Bezeichnung – dumme Kuh – trifft für Veronika sicherlich nicht zu.“

Kleiner Hinweis zum Foto am Beginn. Habe geschrieben: Diese beiden Kühe haben die Wissenschaft noch nicht verblüfft.

Mich haben diese beiden Kühe doch verblüfft. Es ist vermutlich schon etwas ungewöhnlich, dass sich zwei Kühe so direkt ansehen. Verblüfft war ich allerdings deshalb, da dieses “Ansehen” fast fünf Minuten dauerte. Deshalb fotografierte ich auch diese beiden “Wunderkühe”.


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