
Mit einigen Kollegen, welche auch die Tageszeitung „Heute“ gelesen haben, sprach ich am Funk über zwei Männer, die einen Auto-Einbrecher überwältigten.
Die Tageszeitung „Heute“ berichtete:
„Schützen unseren Besitz“:
Duo fasst Auto-Einbrecher
Auf frischer Tat erwischten Dario (33) und Mehmed (32) in Wien-Favoriten einen Autoeinbrecher. Der Mann saß noch im Mercedes des 33-Jährigen! Gemeinsam hielten sie ihn fest, bis die Polizei kam.
„Dario und ich waren gemeinsam unterwegs, gingen gerade zu meinem Auto, als wir den Mann in Darios Auto sahen, das gleich in der Nähe parkte“, erinnert sich Mehmed an den Vorfall am 3. Jänner bei der Quellenstraße. Die beiden Männer liefen zu dem Mercedes E-Klasse, der 33-jährige Autobesitzer riss die Fahrertür auf schrie den Einbrecher an. „Der Mann wollte daraufhin bei der Beifahrertür aussteigen und flüchten. Aber da stand schon ich und hab‘ die Tür zugeschlagen. Dabei wurde sein Bein eingeklemmt und er kam nicht weg“, schildert Mehmed. Er wählte den Notruf, nach wenigen Minuten war die Polizei da und nahm den Verdächtigen – ein Ungar (26), gegen den ein Aufenthaltsverbot bestand – fest. Er befindet sich laut Polizei in Gewahrsam.
Wie der Ungar in das Auto kam, ist den beiden Freunden schleierhaft, denn Einbruchsspuren gab es keine. Fix ist aber für die zwei Wiener: „Wir beschützen unseren Besitz!“
Dazu gab es auch einige Wortmeldungen meiner Funkkollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.
Kollege 1: „Es ist sicherlich gut, wenn man seinen Besitz schützt. Die Frage stellt sich, schützen unter allen Umständen? Wenn auch den zwei Wienern, Dario und Mehmed, schleierhaft ist, wie der Ungar in das Auto kam, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es unversperrt war. Bei einem Mercedes E-Klasse kommt man nicht so leicht rein, noch dazu gab es keine Einbruchsspuren.“
Kollege 2: „Keinesfalls unter allen Umständen seinen Besitz schützen. Was wäre gewesen, wenn sich dieser Einbrecher gewehrt hätte, z. B. mit einer Pistole. Er könnte aber auch einen, mit einer Pistole bewaffneten, Komplizen gehabt haben. Hätte dieser dann zur Waffe gegriffen und womöglich geschossen?“
Kollege 3: „Kein Besitz kann so schützenswert sein, dass man durch solche, oder ähnliche Zugriffe sein Leben riskiert. Wie oft ist es schon passiert, dass sich Kriminelle, wenn man sie bei Straftaten erwischt und festhalten will, auch wehren. Schusswaffen und Messer wurden schon öfter angewendet, und manche, die sich denen entgegenstellten, wurden schon verletzt oder sogar getötet.“
Kollege 4: „Da bin ich auch deiner Meinung. Auch die Polizei rät davon ab, selbst gegen Kriminelle vorzugehen. Wenn man uns vielleicht auch als Feiglinge bezeichnet, aber man darf nicht vergessen, wie viele Mutige haben ihren Mut schon mit dem Leben bezahlt.“
Kollege 1: „Wenn die zwei Wiener auch sagen, wir beschützen unseren Besitz, wird das auch immer gut ausgehen? Zum Glück ist diesmal noch alles gut ausgegangen und der Auto-Einbrecher konnte von der Polizei festgenommen werden.“