255 Lebende Alarmanlagen

Mit einigen Kollegen sprach ich am Funk über diverse Alarmanlagen und die Hilfe durch die Polizei. Wir erinnerten uns auch an ein Funkgespräch, welches wir schon vor vielen Jahren geführt hatten. Es war im Jahr 2005, als es am 1. Juli 2005 die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie gab. Das Thema war damals: Hunde als lebende Alarmanlagen.

Es gibt bereits sehr viele Wohnhäuser aber auch teilweise Wohnungen, welche mit Alarmanlagen ausgestattet sind. Dies sicherlich aus gutem Grund, denn Haus- und Wohnungseinbrüche haben leider in den letzten Jahren stark zugenommen.

Aber was hilft z. B. in Münchendorf (NÖ) bei einem Gartenhaus im Falle eines Einbruchs die beste Alarmanlage, wenn sich die nächstgelegene „Polizeidienststelle“ in Laxenburg befindet. Durch Postenauflassungen gibt es diesen Posten (früher Gendarmerie) in Münchendorf schon seit Jahren nicht mehr.  

Und nun kommt noch eine kleine „Steigerungsstufe“ – Ab 22 Uhr gibt es dann überhaupt nur noch die für Münchendorf zuständige „Polizeidienststelle“ in Mödling (NÖ). Im Alarmfall kann ein Streifenwagen trotz Blaulicht und Folgetonhorn kaum innerhalb von 20 Minuten den „Tatort“ in Münchendorf erreichen. Es ist dann sehr wahrscheinlich, dass die Einbrecher bereits „über alle Berge“ sind.

Das war natürlich nur ein „Einzelbeispiel“. Vermutlich könnte man da mehrere Beispiele anführen, bei denen im Alarmfall die Polizei viel zu spät kommt. Möchte aber gleich betonen, dass dies keinesfalls das Verschulden der Polizeibeamten ist. Es wurden ganz einfach in den letzten Jahren zu viele Gendarmerieposten (früher) und Polizeidienststellen aufgelassen.

Da nützt es auch herzlich wenig, wenn man bei uns in Österreich aus der Gendarmerie die Polizei gemacht hat, alle neue Einheitsuniformen bekamen und ein Polizeiwachzimmer zu einer Polizeiinspektion wurde.

Mit ein bisschen Glück kann sich natürlich ein Polizeifunkwagen sehr wohl in unmittelbarer Nähe eines „Tatorts“ befinden und dadurch in wesentlich kürzerer Zeit an diesem erscheinen. Allerdings wurden bei diversen Einsparungen auch die Anzahl der Einsatzfahrzeuge reduziert.

Eine Studie hat ergeben, dass Hunde Einbrecher am besten abschrecken. Sie sind „lebende Alarmanlagen!“  Mehr als 50 Prozent der vom Grazer Strafrechtsinstitut befragten einschlägig Vorbestraften sagen, dass sie nie in eine Wohnung oder ein Haus eindringen würden, wenn ein Hund dort lebt.

Dabei kommt es nicht auf die Größe an: Es reicht, wenn es hinter der Türe knurrt und bellt. Der große Vorteil, die „lebende Alarmanlage“ ist zudem immer „betriebsbereit“.

Obwohl ein Hund der sich noch im Garten befindet und bellt, sicherlich für manche Einbrecher eine gewisse „abschreckende Wirkung“ hat, empfiehlt die Kriminalpolizei dennoch, ihn im Haus zu lassen, damit er nicht betäubt oder sogar getötet werden kann.

Zu diesem Thema gab es einige Wortmeldungen meiner Kollegen. Bezeichne diese als Kollege 1, Kollege 2, Kollege 3 und Kollege 4.

Kollege 1: „Sicherlich können Alarmanlagen kein Nachteil sein. Allerdings gibt es eben Häuser, wie die z. B. in Münchendorf, die eben viel zu weit entfernt von einer Polizeidienststelle liegen. Geht jetzt wirklich ein Außenalarm an, so kann es ein Fehlalarm sein oder es ist tatsächlich ein Einbruch gemacht worden. Sehr selten wagen sich Anrainer dann, eventuelle Einbrecher zu stellen. Vermutlich wird die Polizei informiert.“

Kollege 2: „Leider kann es dann zu lange dauern, bis die Polizei tatsächlich eintrifft. Im günstigsten Fall kann ein Polizeifunkwagen zufällig ganz in der Nähe sein und zufahren. Es wird schon stimmen, was 50 Prozent von Vorbestrafte sagen, dass sie nie in eine Wohnung oder ein Haus eindringen würden, wenn ein Hund dort lebt.“

Kollege 3: „Sehr schlecht war es natürlich, dass man schon früher viele Gendarmerieposten, vermutlich aus Kostengründen, eingespart hat. Heute sind es eben teilweise Polizeiinspektionen.“

Kollege 4: „Wenn man Polizeiinspektionen aus Spargründen gesperrt hat, wäre es natürlich sehr wichtig, dass man mehr Funkstreifen einsetzt. Ähnlich wie in Wien, die dann auch viel unterwegs sind und Straßen und Gassen genauer beobachten. Sicherlich geht es dabei um das liebe Geld. Wäre dies ausreichend vorhanden, könnte man doch wesentlich mehr zur Sicherheit beitragen.“

Kollege 2: „Und wenn auch ausreichend Geld vorhanden wäre, so benötigt man auch ausreichend Damen und Herren, die bei der Polizei ihren Dienst versehen wollen.“

Kollege 3: „Wir sprachen am Funk schon darüber, dass die Latte für die Ausbildung vielleicht doch etwas zu hoch liegt. Da gab es aber auch Kollegen, die sagten, eine sehr gute Ausbildung sei schon notwendig, denn wir brauchen gute Polizistinnen und Polizisten und keine Kappelständer. Was die Ausbildung betrifft, der Sohn eines Kollegen scheiterte daran, dass er bei der Schwimmprüfung die Punkteanzahl nur gering verfehlte. Machte dann extra eine Schwimmausbildung. Konnte wieder antreten und bestand. Inzwischen versieht er schon lange bei der Polizei seinen Dienst. Es gibt da noch einige andere Beispiele, wo man weniger streng sein könnte, ohne dass deshalb aus den Schülerinnen und Schülern weniger gute Polizistinnen und Polizisten werden. Aber gerade wir am Funk wissen, es kann über gewisse Dinge immer unterschiedliche Meinungen geben. Es soll ja auch jeder seine eigene Meinung haben dürfen.“   

Liebe Leserinnen, liebe Leser, mögen niemals Einbrecher kommen, ganz egal ob ihr nun eine sehr gute Alarmanlage oder einen sehr wachsamen Hund habt!


Posted

in

by

Tags: